Alonnisos Votsi  -  Skyros Linaria,   39,7 nm Mi. 27.04.2022
Gegen 8:00 Uhr legen wir ab in der ruhigen Bucht von Votsi.
Heute können wir bei anfangs leichten Winden lange Strecken segeln, auch ohne Motor-Unterstützung.
Wir machen einen Abstecher zur kleinen unbewohnten Insel Skantzoura.
In der Klosterbucht stehen oben auf dem Berg die Überreste eines verfallenen Klosters. Ursprünglich hatten wir vor, hier zu ankern und die Ruinen zu besichtigen. Der Wetterbericht sagt aber für die nächsten Tage stärkere Winde und hohe Wellen voraus, und die wollen wir doch lieber in einem sicheren Hafen abwettern.
Das Kloster und die Insel gehörte zum Großkloster Megisti Lavra auf dem Athos und diente der Produktion von Fleisch, da Ziegenhaltung ja auf dem Athos verboten ist.
Heute leben hier noch halbwilde Ziegen und es finden sich noch Reste ehemaliger Weinberge.
Navionics  zeigt uns, dass wir gerade die Engstelle zwischen Skantzoura und der kleinen Insel Prasso durchfahren.
Um 10:37 Uhr haben wir 12,7 nm hinter uns und noch 26,3 nm vor uns. Wenn wir das gegenwärtige Tempo von 5,3 kn beibehalten könnten, wären wir gegen 15:30 Uhr in unserem Zielhafen, der Marina Linaria auf der Insel Skyros. Um uns die Klosterbucht anzuschauen sind wir von unserem geplanten Kurs (blaue Lienie) abgewichen.

Navigation ist ja heutzutage so einfach, wenn die elektronischen Geräte alle funktionieren.- Für den Notfall hätten wir auch noch Papierseekarten an Bord.
Später nehmen Wind und Welle, die quer auf das Boot trifft, zu. Ich reffe die Genua. Wir ziehen sicherheitshalber die Schwimmwesten an und haken unsere Sicherheitsleinen ein.
Kurz vor der schmalen und flachen Durchfahrt zwischen Skyros und der kleinen Insel Valaxa nehmen wir das Großsegel runter und durchfahren unter der gerefften Genua die in der Mitte nur 3,50 m tiefe Engstelle.
Gegen 16:00 Uhr legen wir auf Anweisung des Hafenmeisters längsseits an in der Marina Skyros.
Kyriakos, der höfliche und sehr professionelle Hafenmeister hilft uns beim Anlegen. Heute sind außer uns nur 2 Segler in der Marina.
Ich buche zunächst mal für 3 Tage und zahle dafür insgesamt 32 €. Strom und Wasser sind inklusive,  und auch sonst gibt es noch viele Annehmlichkeiten in dieser kleinen Marina, die den Ruf hat, den besten Service in ganz Griechenland zu bieten.
Die lange Fahrt heute hat uns hungrig gemacht. Maria hat schon vorgekocht. Es hat wieder vorzüglich gemundet...  incl. Teller auslecken.
Das Sevicecenter der Marina:
Internet, Computernutzung und Satelitten-TV kostenlos. Reichhaltige Bücher- und Spielesammlung.
Benutzung der 8 kg Waschmaschine für 6 €, Trockner für 1 € pro 10 Minuten Laufzeit.

Der WC und  Duschebereich nebenan  ist sehr gepflegt und sauber. Zwischen 19 und 20 Uhr gibt es dort Discomusik aus den 80ern und Duschen unter Seifenblasen.
Auch die Mülltrennung ist sehr gut organisiert. Es gibt auch große Behälter zur Aufnahme von Altöl, Bratenfett und von Bilgenabwasser.
Blick auf den Hafen. Wir haben vor dem Boot der Coastgard fest gemacht.
Zur Zeit in der Vorsaison kommt die Fähre aus Kymi auf Evia, die einzige Verbindung der Insel mit der "weiten Welt", abends an, bleibt über Nacht und fährt am nächsten Morgen zurück nach Kymi.
Während der Saison verkehrt die Fähre dann häufiger.
Beim Anlegen und vor dem Ablegen der Fähre ist "Rushhour" im Hafen. Ein Bus fährt zur Chora, Touristen werden zu den Hotels gebracht, Bewohner der Insel werden mit Autos abgeholt und viele große voll beladene LKWs  kommen auf die Insel.
Nach einer halben Stunde herrscht wieder Ruhe im Hafen.
Am Freitag legt eine Flotille von Sunsail in der Marina an: Das Hafenpersonal lotst die einzelnen Yachten geschickt an die Kaimauer, indem es mit dem roten Beiboot den Bug der Yachten in die richtige Richtung dirigiert und nötigenfalls abbremst, bevor die starken Mooringleinen dicht geholt sind.
Insgesamt zählen wir 9 Schiffe, die wir schon im Hafen von Orei, ihrem Winterliegeplatz, gesehen haben. Die Engländer - meist sind nur Paare an Bord - haben einen 3 Wochentörn in den nördlichen Sporaden gebucht.
 Mit dem Auto unterwegs: Besichtigung Chora Skyros DO. 28.04.2022
Wir haben uns für 3 Tage ein Auto gemietet für 28 € pro Tag.
Zuerst lockt uns ein Besuch der Hauptstadt von Skyros, der Chora.

Wir parken am Rande des Burgberges und wandern bergan.
Die Häuser ziehen sich auf der meerabgewandten Seite den Hang hinauf. Auffallend sind die vielen Flachdächer, die sonst eher Kennzeichen der Kykladen sind. In den Sporaden sind die Dächer meist mit Ziegeln eingedeckt.
Auffallend sind wieder die vielen kleine Kapellchen.
  Blick auf den Burgberg
  Die Aussicht von oben ist phänomenal: Nach Norden auf die flache Landzunge von Molos.
  Der Berg wird nicht von einer Burg gekrönt sondern von...
  ... einer großen Zisterne
  Die Zisterne top of the hill.
Im Bereich der alten Burg liegt auch ein Kloster und die renovierten Überreste einiger alter Kirchen. Bilder davon mache ich bei unserem nächsten Besuch des Burgberges.
In den engen Gassen der Chora
  Die "Hauptstraße" mit vielen Restaurants und Geschäftchen.
  Am Ende der Hauptstraße führt ein Treppenweg bergab zu einen freien Platz mit dem Denkmal von Rupert Brooke, einem wohl bisexuellen englischen Schriftsteller, der 1915 während des ersten Weltkrieges auf einem französischen Krankenhausschiff südlich von Skyros an Blutvergiftung starb. Sein Grab werden wir noch besuchen.
Tag der Museumsbesuche  Fr 29.04.2022 
  Wir sind wieder zur Chora gefahren und besuchen die Museen in der Nähe des Standbildes von Brooke. Man erzählt, dass die griechisch-orthodoxe Kirche während der Gottesdienste seine "Blöse" unter Tüchern verbirgt.
  Zuerst besuchen wir das archäologische Museum.
Öffnungszeiten: Täglich außer Dienstags von 8:30 - 15:30 Uhr.
Skyros war schon während der frühen Bronzezeit  bewohnt. Fundstücke sind in den Vitrinen des Museums ausgestellt, wie z.B. dieses runde Gefäß mit 8 Enten und Schlangen auf ihren Rücken, eine Grabbeigabe, die wohl rituellen Zwecken diente.
  In einem Raum des Museums hat man ein typisches skyrisches Haus nachgebildet.
In der "Ein-Raum-Wohnung" gibt es ein Koch- und Heizkamin , eine Sitz- und Schlafgelegenheit und einen kleinen Tisch mit kleinen Stühlen.
Historisches Kinderbett
  Gegenüber ein Raumteiler aus Holz. Auf dem "Loft", über eine steile Treppe zugänglich, war der Schlafraum der Familie. Die Ebene darunter diente als Stauraum oder auch als zweiter Schlafraum.

Im bepflanzten Innenhof des Museums sind einige Skulpturen ausgestellt. Der Museumswärter schenkt Maria zum Abschied zwei Zitronen vom Zitronenbaum des Museums.
  Als nächstes besuchen wir das Faltaits Museum in der Nähe des Archäologischen Museums.
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 14 Uhr
Das Kultur- und-Folklore Museum wurde 1964 von Manos und Anastasia Faltaits gegründet. Es ist in der Residenz der Faldai Familie untergebracht. Hier wurden sehr viele Fundstücke der Insel zusammen getragen und in mehreren großen Räumen ausgestellt. Ein Teil der Familie war auch schriftstellerisch aktiv und ist wohl weit gereist. Wir finden eine internationale Büchersammlung und historische Dokumente aus der Zeit des griechischen Unabhängigkeitskrieges 1821.

In der unteren Etage des Museums finden wir viele Bilder von Manos Faltaits, gemalt von 1980 bis heute. Sie werden auch zum Kauf angeboten.

  In einem Raum finden wir - ähnlich wie im archäologischen Museum - eine Rekonstruktion des traditionellen skyrischen Hauses, wieder mit Kamin in der Ecke, Bett  und kleinem Esstisch mit kleinen Stühlen (weil für größere kein Platz ist).
  In der "Residenz" der reichen Familie wurde natürlich in größeren Räumen getafelt. Im ehemaligen Speiseraum kann man heute alte Stickereien bewundern.

Wir sind "hin und weg" von der enormen Vielfalt der Ausstellungsstücke. Hier könnte man tagelang durch die Räume schlendern.

Wir verewigen uns im Gästebuch.
  Zurück in den Gassen der Chora entdecken wir bei einer Apotheke ein Plakat, das Ochi (Nein) sagt zur Installation von Windkraftanlagen auf der Insel.
Bisher wird der Strom für die Insel  wenig umweltfreundlich mit Dieselgeneratoren produziert.
  Unser nächstes Ziel sind die Ausgrabungen von Plamari im Norden der Insel.
Öffnungszeiten: 8 -15:30 Uhr täglich außer Dienstags

Im angegliederten keinen Museum finden wir eine plastische Darstellung der bisherigen Ausgrabungen:
Eine befestigte Ansiedlung mit einem Seehafen (der heute nicht mehr existiert).
Die ältesten Funde von irdenen Töpfen stammen aus der frühen Bronzezeit Ende des 3. Jahrtausends vor Chr.
  Wir erwandern uns das weitläufige Gelände.
  Ausgegraben wurden die Grundmauern vieler eng zusammenstehender Häuser, die Grundform der Skyrischen Häuser für die nächsten Jahrtausende.
  Hier auf der linken Seite war vermutlich einer der Häfen.
  Wir fahren weiter auf Seitenstraßen durch das Landesinnere. Immer wieder treffen wir auf oft unscheinbare Kapellchen "Kyra Panagia".
  Viele Heiligenbilder zieren den schlichten Innenraum.
  Und eine Ikone von Marien Entschlafung scheint  im Glauben der Orthodoxen eine wundertätige Wirkung zu haben.
Fahrt in den Süden und zurück zur Chora  Sa. 30.04.2022 
  Heute fahren wir in den fast gänzlich unbewohnten südlichen Teil der Insel. Direkt am Meer entspringt unterhalb von hohen Felsen eine Quelle, deren Wasser von den in der Nähe stehenden Häusern genutzt wird.
Wir befüllen damit unsere mitgebrachten Flaschen.
  Hier mündet die Quelle ins Meer.
  Ziel unserer Fahrt in den Südteil der Insel ist das Grab von Rupert Brooke.
Wir finden an der Straße keinen Hinweis auf den Standort, aber dank Maps.me gelangen wir doch zu unserem Ziel.
  Rupert Brooke, der englische Dichter, wurde hier beerdigt. Er wird heute noch verehrt und ein englischer Verein kümmert sich um die Erhaltung der Gedenkstätte.
  Die Marmorblöcke um das Grab haben die Inschriften: Dance, Sculpture, Theatre, Music, Painting, Poetry und Eros
  Im Südteil von Skyros gibt es eine vom Aussterben bedrohte halbwild lebende sehr kleine Pferderasse.
Hier werden sie gezüchtet und für Kinsder zum Reiten genutzt.
  Wir fahren wieder nach Norden und besuchen den Hafen von Achilli an der Westküste von Skyros. Er sollte von der Planung her zu einer Marina ausgebaut werden.
   
  Im Innenbereich liegt man ziemlich geschützt. Die Einfahrt in den Hafen dürfte bei Meltemi eher schwierig sein.
Leider wurden die Marina-Pläne nie verwirklicht.
Zwischen der offen gelassenen Marina und der Chora sehen wir in Astrous am linken Wegrand ein "Töpferei"-Schild: "Kokkina Paradosiaka Kerameika"

Im Schatten sitzt M. Maurikou, ein mittelalter Mann und bemalt ungebrannte Tongefäße. Er begrüßt uns freundlich und er spricht deutsch - in seiner Jugend war er längere Zeit mit einer Deutschen zusammen.

Wir kommen ins Gespräch. Er erzählt über seine Art der Töpferei - Formen und Bemalung sind angelehnt an historische Vorbilder.

Er zeigt uns seinen elektrisch beheizten Brennofen und seinen mit Holz beheizten im Garten, den er aber wegen Brandgefahr jetzt nicht mehr nutzen darf.


  Wir kaufen eine Vase und er zeigt uns an seiner Töpferscheibe, wie schnell er den Rohling entstehen lassen kann.

Den Ton für seine Arbeiten kauft er nicht zu. Er findet ihn  an zwei Stellen auf der Insel und arbeitet ihn auf, bis er gebrauchsfertig ist.

Er verkauft nichts in den Handel sondern vermarktet alles direkt an Kunden, die an seinem Haus vorbei kommen. Seinen Hauptumsatz hat er im Juli und August, in der Hochsaison auf der Insel.
  Wir geraten immer tiefer ins Gespräch. Wir haben in Deutschland ja auch schon Töpferkurse besucht und sind nicht ganz ahnungslos.
Wir haben in einem kleinen Lädchen am Rande der Chora Fava gekauft, die der junge Imker selbst angebaut, gepflegt, mit der Sense abgemäht, getrocknet und geschält hat.
Wir wissen nicht genau, ob Fava Erbsen oder Linsen sind.
Er klärt uns auf Fava besteht aus halben Schälerbsen.
Linsen heißen Fakes.- und seine Frau Marianne bringt uns gleich einen Teller mit Linsensuppe... griechische Gastfreundschaft, wie man sie nur erlebt, wenn man sein Herz für die Griechen öffnet.

Und der Töpfer (leider haben wir seinen Vornamen vergessen) führt uns durch seinen Garten und erntet für uns frische grüne Erbsen, ein saisonales hoch wachsendes Blattgemüse ...

und etwas, das man nur in dieser Region im salzhaltigen Sandboden wild wachsend findet: Die jungen Triebspitzen eines Krautes, das nur die Einheimischen hier kennen und das es in keinem Restaurant zu kaufen gibt. Wir haben es später auf dem Boot gekocht und genossen. Es hat einen leicht bitteren Geschmack und ist sicher sehr gesund.

Irgendwie ticken wir und diese Familie auf der gleichen Wellenlänge. Wir haben uns ganz schnell ins Herz geschlossen und sind alle beim Abschied etwas traurig und doch froh, uns kennengelernt zu haben.
  Mit dem Auto fahren wir weiter an die Landzunge nördlich der Chora. Eine ehemalige Mühle wurde zum Restaurant umgebaut, das wohl nur während der Saison geöffnet ist.
  Die See ist noch unruhig und wir sind froh, im sicheren Hafen von Linaria untergekommen zu sein.
  An dieser Küste gibt es schroffe Gesteinsformationen - wohl vulkanischen Ursprungs.
In diesen hat man ein Kapellchen rein gegraben.
  Abends sind wir dann auf der Platea der Chora und schauen uns die Tänze von 5 Volkstanzgruppen an.
Mit einer halben Stunde Verspätung beginnt die erste Gruppe gegen 21 Uhr. Leider weht an diesem Abend ein lausig kalter Wind. Uns fröstelt. Für einen Abend am 30. April in Griechenland hätten wir uns wärmeres Wetter gewünscht.
  Alle Tanzgruppen tragen traditionelle Kleidung
   
  Zu Hause im Boot werfen wir dann den Heizlüfter an und wärmen uns innerlich mit einem Ouzo.
  So. 01.05.2022 
  Sonntags morgens legt die Flotille ab. Per Dinghi werden die einzelnen Boote sicher aus dem Hafen geschleppt.
Heute müssen wir um 16 Uhr das Auto zurück geben und wir fahren noch mal zur Chora.
Diesmal geht es zu Fuß über Seitenwege und -treppen hangaufwärts.
Wir wandern noch mal nach oben auf den Burgberg zum Kloster Agios Georgios, das zum Kloster Lavras auf dem Athos gehört.
Aber auch heute am Sonntag bleibt der Eingang zur Kirche geschlossen.
Das Kloster ist neu renoviert, scheint aber unbewohnt zu sein: Das Klangholz, mit dem die Mönche zum Essen gerufen werden, ist mit Vögel abweisenden Drähten versehen.
Blick von weiter unten auf die Befestigungsanlage mit dem Kloster
Wir verlassen die Chora und geben gegen 16 Uhr das Auto voll getankt zurück. Kosten für das Auto: 3 x 28 € und 20 € für Sprit. Fahrstrecke 156 km in 3 Tagen
Abendwanderung zur Bucht östlich von Linaria. Der Ormos Aragma ist zum Ankern nicht besonders geeignet, da der Wind hier in der Bucht mit 1-2 Bft stärker weht als an der übrigen Küste.
Der Talkessel bei der Bucht ist als Naturschutzgebiet "Wetland Kalamitsa" ausgewiesen. Die Fläche wird zum größten Teil landwirtschaftlich genutzt und von dem Feuchtgebiet, das Vögeln als Brutstätte dienen soll, ist nicht mehr viel an Fläche übrig geblieben.
Ich habe nur einen Bachlauf mit einem kleinen Schilfgürtel entdeckt. Es sollen aber hier übers Jahr über 200 Vogelarten durchziehen.
Die starken Winde lassen langsam nach und unsere Zeit auf der Insel Skyros geht langsam zu Ende. Wir spazieren noch mal zu den an Land stehenden Fischerbooten, trinken einen griechischen Kaffee im Cafe Castro auf der Klippe über der Bucht von Linaria und gehen noch mal zum Essen in einem der vielen Lokale des Städtchens.
Ich fülle den Wassertank auf und lasse den Motor probelaufen. Ich muss leider feststellen, dass der Diesel-Vorfilter immer noch nicht ganz dicht ist. Ich erneuere die Dichtungen - leider nicht mit durchschlagendem Erfolg. In Deutschland werde ich einen neuen Vorfilter kaufen.

Wir duschen ein letztes mal in dieser schönen Marina und küren sie zu der komfortabelsten, die wir bisher in Griechenland besucht haben.

Für unsere 3 Tage im Mai zahle ich beim Hafenmeister 44,52 €
Skyros Linaria  -  Evia Agioi Apostoloi,  43,1 nm Mi. 04.05.2022
Wir haben abgelegt durch Eindampfen in die Heckleine und bei achterlichem Wind kommen wir unter Genua rasch voran.
Später nehmen wir das Großsegel dazu.

Leider ist es immer noch ziemlich frisch in Griechenland!
Nach fast 8 Stunden auf See legen wir längsseits im Fischerhafen von Agii Apostoli auf Evia an.

Ein netter Fischer weist uns den Liegeplatz zu und nimmt unsere Leinen an.

Der Strom-Wasserterminal funktioniert mit der 12 € Karte, wie in vielen Häfen auf Evia.
Aufgefallen sind uns die vielen Windräder im Süden von Evia. Maria hat auf unserem heutigen Törn über 100 davon gezählt.
Abends legen große Fischerboote hinter uns an. Sie werden von mehreren Tanklastzügen neu betankt.

Dieses Fischerboot ist uns ziemlich nahe auf die Pelle gerückt, obwohl hinter ihm noch genügend Platz war.
Evia Agii Apostoli  -  Andros Batsi,  48,6 nm Do. 05.05.2022
Heute liegt eine weite Strecke vor uns. Wir wollen zur Insel Andros.

Bei Sonnenaufgang sind wir schon unterwegs.
In der Straße von Kafireas zwischen Euböa und Andros herrscht lebhafter Großschifffahrtsverkehr.
Sie hat den Ruf, eine der windigsten Ecken in Griechenland zu sein. Heute ist uns der Meeresgott wohl gesonnen und er zeigt sich von seiner zahmen Seite.

Dank AIS können wir den Ort der größten Näherung mit der Großschifffahrt schon lange im voraus sehen...
... und entsprechend ausweichen - Ich quere das Fahrwasser der Großschiffe vorsichtshalber immer hinter deren Heck.
Die MS Adele (Heimathafen Panama, 188 x 28 x 10,30 m) zieht langsam an uns vorbei.
Wir sind unter Segel und eigentlich kurshaltepflichtig - der Großschiffahrt gegenüber weiche ich freiwillig doch lieber aus.

Nach Umrundung des Kaps von Andros hat der Wind gedreht und kommt mit 18 kn von vorn. Unter Motor geht es weiter unserem Tagesziel entgegen.
Nach 10 h legen wir mit Heckanker an im Hafen von Batsi auf Andros.
Der Hafen ist dafür bekannt, dass die Anker nur schlecht halten  -  so auch unserer bei 18 kn auflandigem Wind. Wir fieren die Ankerkette und legen uns längsseits zur Hafenmauer.

Am nächsten Tag werden Plätze im vorderen Teil des Hafens frei und wir verlegen uns dorthin. Längsseits haben wir dann einen sicheren Liegeplatz, um die kommenden Starkwindtage im sicheren Hafen abzuwettern.
Blick auf die Häuser von Batsi.
In der zweiten Reihe entdecken wir hübsch gestaltete "Außengastronomie".
Die Walkabout liegt jetzt sicher längsseits im Hafen, in den immer Böen von den Bergen reinblasen.
Wir erwandern uns wieder die nähere Umgebung.
Auffällig sind die alten geschichteten Steinmauern.
Blick vom Berg mit dem Kapellchen auf die Bucht von Batsi.
Wir leihen uns ein Auto für einen Tag für 30 €.

Blick in die Bucht von Paleopoli, die ehemalige Hauptstadt der Insel. Bei Ausgrabungen hat man hier viele Relikte aus der Zeit um 500 vor Chr. gefunden, die im Museum in Andros ausgestellt sind.
Der Hafenort Korti mit seinem unfertigen Hafen. Vieleicht soll hier eine Marina entstehen.
Blick auf Andros (oder Chora), die Hauptstadt der Insel.
Innenstadt mit engen Gassen und vielen schön renovierten Häusern
Statue am "Platz des unbekannten Seemanns"
Und unmittelbar davor:
Die berühmte Festung, die als befestigter Wohnsitz des venezianischen Herrschers Marinos Dondolos diente, als die Insel von ihm besetzt war. Die Festung wurde 1207 erbaut.  Nach dem schweren Bombenangriff der Deutschen 1943 war die Festung vollkommen zerstört. Heute kann man nur ihre Ruinen sehen.

Und auf der Seeseite vor der Festung warnt ein einsamer Leuchtturm auf einer steilen Klippe heute noch die Schifffahrt.
 
 
... und abends geht es dann mit dem Auto zurück zum Boot.
Der Wetterbericht für die nächsten Tage: Starkwinde mit Böen bis 34 kn:
Wir bleiben erst mal im windigen und schaukeligen, aber sichern Hafen.
Sonntag, 8. Mai: Um 16:00 Uhr müssen wir das Auto zurück geben, Zeit zur weiteren Erkundung der Insel.
Zuerst geht es in die Berge zum
Kloster Zoodochos Pigi auf 350 m Höhe.

Hier oben weht der Wind besonders stark und wir müssen aufpassen, nicht weggeweht zu werden.
Es ist das größte Kloster von Andros. Nach der Überlieferung diente es zunächst als Schule und ab 842 als Kloster.
Seit 1928 ist es ein Nonnenkloster.

Obwohl heute Sonntag ist, bleiben die Innentüren des Klosters für uns verschlossen.
Weiter geht die Fahrt zurück ins Tal nach Gavrio, dem Fährhafen von Andros.

Hier wird gerade ein Frachter mit Sand entladen.
In der weiten Bucht von Gavrio kann man - abseits vom Wendekreis der Fähren - gut ankern.
Nach dem Hörensagen dürfen in diesem kleinen Hafenbecken keine Yachten mehr anlegen.
Auf einer Seitenstraße geht es noch mal quer über die Insel zur Chora.
In den Bergen erreichen wir die Wolkengrenze.
Hier im den Nordwinden zugewandten Teil der Insel ist es wohl ständig feucht. Überall wachsen Farne.
Das Kloster Agios Nikolaos wurde im 11. Jahrhundert erbaut und um 1760 umfassend restauriert.
Es ist von einer hohen Mauer umgeben und die zentrale Kirche ist kreuzförmig, mit zwei Säulen, Narthex und Kuppel.
Wir haben Glück: Die Eingangstür lässt sich öffnen und wir betreten dieses außerordentliche Kloster.
Die Außenanlagen des Klosters sind sehr aufwendig gestaltet, und bereit viele Gäste zu empfangen.
Im Inneren des Klosters empfängt uns ein Mönch, der uns viel über die Geschichte des Klosters erzählt.
Heute leben nur noch 6 Mönche im Kloster, früher waren es wohl bis zu 100 Mönche, die hier lebten und arbeiteten.

Das Kloster gehörte zur Filiki Etairia (Geheimbund griechischer Patrioten während des Unabhängigkeitskrieges) und diente während der türkischen Besatzung auch als Druckerei, Buchbinderei und geheime Schule. Aufgrund der versteckten und geschützten Lage blieb es wohl unentdeckt.
Im Kloster werden viele Reliquien aufbewahrt: der Schädel von Agios Nikolaos von Vounena, der Kiefer von Agios Kosmas Aitolos, ein Teil des Schädels von Agios Iossif Arimathaias und noch vieles mehr.
Im Inneren der Kirche finden wir Reste von alten Wandmalereien und holzgeschnitzte Ikonostasen.

An einer Ikonostase befindet sich eine getrocknete Lilie, die einmal im Jahr wieder grün wird und austreibt. Diesen Austrieb entfernen die Mönche vorsichtig, zerteilen ihn und verpacken ihn in kleine selbst genähte Säckchen.  -  Auch unser Boot ziert jetzt ein solches wundertätiges Säckchen.
Weiter geht unsere Fahrt zur berühmten Quelle in Apikia. Wir füllen einen Kanister mit dem Sariza Heilwasser. Dem Wasser wird nachgesagt, dass es eine heilende Wirkung hat bei Nierenbeschwerden und vielen anderen Krankheiten.
Eine Firma vor Ort füllt es auch in Flaschen ab.
Nächstes Ziel: Stenies, ein altes Dorf mit schmalen Treppenwegen am Hang nördlich von Andros-Chora.
Hier sollen die reichen Reederfamilien ihre Sommerquartiere haben.
Wir entdecken viele schön renovierte Häuser, verschlossen und geschützt gegen die Winterwitterung. Dieses Dorf erwacht wohl wirklich nur während des Sommers  aus einem langen Winterschlaf.
Blick auf Andros mit dem Fischerhafen und dahinter dem Leuchtturm und den Resten des venezianischen Kastells.
Wieder beim Boot in Batsi. Wir geben unser Leihauto zurück.

Die heftigen Winde der letzten Tage ( meist BFT 8)haben unserer Deutschlandflagge arg zugesetzt.
Die nächsten Sturmtage verbringen wir auf dem Boot. Maria kocht wieder wie eine Weltmeisterin. Wir stellen jetzt regelmäßig unser eigenes Sauerkraut her. Die Fermentation klappt im Mittelmeerklima sehr gut. Schon nach wenigen Tagen schmeckt das Kraut angenehm säuerlich.

Außerdem: Wäschewaschtag und des Öftern Hafenkino, wenn ein Charterboot versucht, bei viel Wind anzulegen.
Am Mittwoch, dem 11. Mai fahren wir mit dem Bus nach Andros für 4,50 € je Fahrt. Wegen der gestiegenen Dieselpreise wurde der Ticketpreis von 4 € auf 4,50 € erhöht, worüber die Einheimischen nicht begeistert sind.

Wir besuchen das Archäologische Museum (Eintritt für Senioren 2 €)
Die Chronologie der Ereignisse in der Welt, in Griechenland und auf Andros wird auf Tafeln sehr anschaulich dargestellt.
Modelle geben Auskunft über die Bauweisen der vergangenen Jahrtausende.
Ein Prunkstück des Museums ist die große Hermes Statue...
... und der Torso der Arthemis
In Andros finden wir einen guten Metzger, der uns eine frische Ziegen-Vorderkeule verkauft.
Startpunkt einer erneuten Kochorgie von Maria. Ich bin nur der Schnippler und Spüler.
Der Starkwind lässt langsam nach und am Freitag, den 13. Mai verlassen wir nach 8 Tagen Batsi und damit die schöne Insel Andros.
Andros Batsi  -  Evia Karystos,  22,1 nm Fr.  13.05.2022
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